Provinzkustodie Österreich-Schweiz
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Spiritualität

SPIRITUELLES

Auf dieser Seite finden Sie verschiedene Angebote zur franziskanischen Spiritualität. Sie sollen eine Hilfe sein, zur Ruhe zu kommen und sich Gedanken über das eigene Leben zu machen oder eine bestimmte liturgische Zeit des Kirchenjahres leichter gestalten zu können

Gebetstreffen
Gebetstreffen “Aus-Zeit”

Meditationen
Fastenkalender 2017
Fastenkalender 2016

Fastenkalender 2012
Fastenkalender 2011
Franziskanischer Adventkalender


Franziskanisches
Franziskanische Fastenzeit
Novene zu Ehren des Hl. Franziskus
Novene zu Ehren des Hl. Franziskus_2014

Berichte
Bericht Wanderexerzitien

Gedanken
Gedanken zur Beichte
Gedanken zur Berufung

 

Gedanken zur Berufung – Tag der Berufung des Ordens am 26.9.

Wer…ich?

Und Gott sagte: Geh! Und ich sagte: Wer … ich? Und Gott sagte: Ja, du. Und ich sagte: Aber ich bin noch nicht fertig; und es kommt noch Besuch, und ich kann die Kinder nicht allein lassen, und du weißt, es gibt keinen, der mich vertreten könnte. Und Gott sagte: Du übertreibst.
Wieder sagte Gott: Geh!
Und ich sagte: Aber ich möchte nicht.
Und Gott sagte:
Ich habe dich nicht gefragt, ob du möchtest.
Und ich sagte: Nun höre mal;
ich zähle nicht zu den Leuten, die sich in
Auseinandersetzungen verwickeln lassen.
Im übrigen … meine Familie möchte es nicht.
Und was werden die Nachbarn denken?
Und Gott sagte: Quatsch.

Und zum dritten Mal sagte Gott: Geh!
Und ich sagte: Muss ich?
Und er sagte: Liebst du mich?
Und ich sagte: Aber sieh doch, ich habe Angst.
Die Leute werden über mich herfallen,
ja, sie werden mich in Stücke reißen;
und ich kann nicht alles allein tun.

Und Gott sagte:
Ja, was glaubst du denn, wo ich sein werde?
Und Gott sagte: Geh!
Und ich atmete tief:
Hier bin ich; sende mich.
(nach Lois Rensberger)

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Gebetstreffen “Aus-Zeit”

7werke

Am Freitag, dem 12. September startet in der Pfarre Neunkirchen wieder unsere Gebetsreihe “Aus-zeit”. In diesem Jahr beschäftigen wir uns mit den Werken der Barmherzigkeit.

Hier die Termin in Übersicht.

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Fastenkalender 2012

AUS SCHUTT UND ASCHE NEU ENTSTEHEN…

Mit diesem Titel wollen wir wieder einige Gedanken anbieten, die uns durch die Fastenzeit begleiten können. Diesmal wollen wir immer Zitate aus den Lesungen bzw. Evangelien des Tages nehmen und eine Impulsfrage hinzufügen: Diese kann uns während des Tages begleiten.
Zum Titel: „Aus Schutt und Asche…“ mussten die Menschen nach Feuern, nach Kriegen, nach Zerstörungen immer wieder Neues aufbauen.
Die Fastenzeit – beginnend mit dem Aschermittwoch – lädt uns ein, so manches in unserem Leben neu zu gestalten, neu aufzubauen. Sehen wir diese Bußzeit nicht nur als Zeit der Entbehrung, als traurige Zeit: Sie ist vielmehr die Einladung, uns durch die Vorfreude auf Ostern leiten zu lassen und neue Wege einzuschlagen, sodass unser Leben immer mehr dem entspricht, was Gott sich für uns ausgedacht hat!

Aschermittwoch bis zum Samstag
1. Fastenwoche
2. Fastenwoche
3. Fastenwoche
4. Fastenwoche
5. Fastenwoche
Karwoche

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Wegbeleiter durch die Fastenzeit 2011

Für die nun begonnene Fastenzeit wollen wir den folgenden Fastenkalender anbieten. Kurze Gedanken und einige Impulsfragen sollen uns helfen, jeden Tag uns ein wenig Zeit zum Nachdenken zu schenken.
Fastenkalender

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Franziskanischer Adventkalender

Der Adventkalender ist schon fast gar nicht mehr wegzudenken. Wenn man sich umschaut, gibt es jeder Menge dieser Wegbegleiter – es stellt sich nur die Fragen, ob vielleicht nicht hie und da übertrieben wird: So kann man sogar für den lieben Vierbeiner einen Adventkalender kaufen, damit „der gute Wauwau“ jeden Tag sein Leckerle bekommt.
Ob das im Sinne des Erfinders ist, sei dahingestellt.
Wir wollen diese, der Ansicht nach, gute Erfindung nützen, um den eigentlichen Gedanken wieder hervorzuheben: Bewusst eine Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten feiern und gestalten. Sich klar werden, was Weihnachten überhaupt für ein Fest ist.
In dieser Vorbereitung möchte ein Gebet von Franziskus uns Wegbegleiter sein. Jenes Gebet, das seinen Berufungsweg bereitet und geebnet hat:

Höchster, glorreicher Gott,
erleuchte die Finsternis
meines Herzens
und schenke mir rechten Glauben,
gefestigte Hoffnung, vollendete Liebe
und tiefgründende Demut.
Gib mir, Herr,
das rechte Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen und wahrhaften Auftrag erfülle,
den du mir in Wahrheit gegeben hast. Amen.

Jeden Tag wollen wir dieses Gebet verrichten und uns jede Woche von einer „Bitte“ leiten lassen. Klicken Sie bitte auf die jeweilige Woche:

1. Adventwoche: „Erleuchte die Finsternis meines Herzens“
2. Adventwoche: „Schenke mir rechten Glauben“
3. Adventwoche: „Schenke mir gefestigte Hoffnung“
4. Adventwoche: „Schenke mir vollendete Liebe“
Weihnachtstage: „Das rechte Empfinden und Erkennen“

Als Brüder des Hl. Franziskus wünschen wir Ihnen eine besinnliche Adventszeit und wissen Sie sich mit uns im Gebet verbunden!

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Franiskanische Fastenzeit

  • Mit dem Begriff Fastenzeit verbinden wir meistens die 40 Tage der Vorbereitung auf das große Osterfest. Jene Zeit, die seit jeher in der Kirche die Katechumenen auf dem Weg zur Taufe (in der Osternacht) begleitet und in die Geheimnisse des Glaubens einführt. Doch auch für die schon Getauften ist es eine willkommene Gelegenheit, sich der Taufversprechen eingedenk zu sein und in der Hingabe zu Gott zu wachsen und sich zu erneuern.
    Die Fastenzeit ist also nicht ein Ziel in sich selbst: Es steht nicht im Vordergrund, wie viel ich faste, worauf ich alles verzichten kann. Es gilt das wahre Ziel niemals aus den Augen zu verlieren. Die lebendige Begegnung mit Gott – das Erinnern an die großen Taten, die er vollbringt. Die Fastenübungen sind ein wichtiger Wegbegleiter, niemals der Weg selbst!
    Dabei spielt die Zahl 40 eine wichtige Rolle und deshalb dauert auch die Fastenzeit 40 Tage (die Sonntage werden nicht mitgezählt!): 40 Tage verbrachte Moses auf dem Berg, um Gott zu begegnen und von ihm die Bundestafeln zu bekommen (Ex 24,12-18); 40 Tage tyrannisierte Goliath das Volk Gottes, bis er schließlich von David besiegt wurde (1Sam 17,16-41); 40 Tage ging der Prophet Elias durch die Wüste, um am Berg Horeb eine der wohl schönsten und einprägendsten Begegnung mit Gott zu haben (1Kön 19,8-14); ermutigt durch die Worte Jonas, fasteten die Einwohner Ninives für 40 Tage (Jon 3,4-11). Die wohl bekannteste Zeitspanne dieser Art wird uns von Jesus selbst geschenkt, der sich 40 Tage in die Wüste zurückzieht, wo er versucht wird, aber in seinem Gottesvertrauen nicht zu Fall kommt.
    In seinem Bestreben, Christus ähnlich zu werden, hat der heilige Vater Franziskus diese Zeit des Fastens, der Stille, der unermüdlichen Suche nach Gott geliebt und gepflegt. Getrieben davon, durch die Feste, die uns die Geheimnisse Jesu vor Augen führen, belies es Franziskus nicht nur bei der einen, uns allen bekannten, Fastenzeit – jene, die uns auf Ostern vorbereitet, sondern er weitete diese für ihn so segensreiche Zeit auch auf andere Feste aus.
    Bei Franziskus können wir folgende Fastenzeiten unterscheiden:
    Die 2 großen Fastenzeiten:
    a)  Die vorösterliche Fastenzeit – die Vorbereitung auf das Fest des Leidens, Sterbens und Auferstehens unseres Herrn Jesus Christus. Sie beginnt, wie auch heute noch, mit dem Aschermittwoch.
    b)  Die vorweihnachtliche Fastenzeit (vom Hochfest Allerheiligen bis Heilig Abend) – die Vorbereitung auf die Menschenwerdung des Herrn und das Erkennen der Demut Gottes, der sich zum Diener aller macht.
    Weitere Fastenzeiten:
    c)  Die Fastenzeit von der Erscheinung des Herrn, genannt auch die gesegnete Fastenzeit: Durch diese Fastenzeit wollte Franziskus einen Bogen zwischen den zwei großen Festen von Weihnachten und Ostern spannen. Diese Zeit musste nicht gerade 40 Tage betragen, schloss aber gleich an die große vorösterliche Fastenzeit kann. In der ersten Regel war sie für alle Brüder verpflichtend, später wurde es ihnen nur nahe gelegt. Doch Franziskus war überzeugt, dass es eine segensreiche Zeit sei!
    d ) Fastenzeit vom Fest der Apostel Petrus und Paulus (29.6.) bis Maria Himmelfahrt (15.8): Eine Fastenzeit, durch die Franziskus seine Verbundenheit zur Kirche, zu ihrer Leitung in der Person des Papstes und der Bischöfe zum Ausdruck bringen wollte! Höhepunkt dieser Fastenzeit ist das große Marienfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Franziskus meditierte über Maria als Modell der Kirche, als jener Mensch, der Gott bedingungslos sein „Ja“ geschenkt hat.
    e)  Die Fastenzeit zu Ehren des Hl. Erzengel Michael: Diese Fastenzeit hielt Franziskus nur für sich, er verpflichtete die Mitbrüder nicht dazu. Er begann sie mit dem Festtag „Maria Himmelfahrt“ und beendete sie am Festtag des Erzengels (29.9.). In dieser Zeit meditierte Franziskus vor allem die eschatologische Dimension seines Christusglaubens: Das Erwarten der Wiederkunft des Herrn, das Vorbereitens auf das himmlische Jerusalem, der Kampf gegen das Böse (deshalb die große Verehrung des Erzengel Michael). Während dieser Fastenzeit erhielt Franziskus 1224 am dem Berg LaVerna die Wundmale (Stigmata).
    Wenn wir diese Zeiten zusammenfassen ergibt sich eine Zeitspanne von 200 Tagen, an denen Franziskus fastete oder sich an stille Orte zurückzog: Zwei Drittel seines Lebens verbrachte er in Stille, in Zurückgezogenheit. Wenn jemand da von Flucht aus der Welt spricht, dann hat er einiges missverstanden: Gerade durch diese Zeiten hat Franziskus nicht nur sich selbst geändert, sondern auch seine (Um-)Welt.

    Was ist das typische an der Franziskus-Fastenzeit (gleichsam franziskanischen Fastenzeit)?
    Franziskus erfindet nicht das Rad neu, sondern er versucht dem ihm von der kirchlichen Tradition geschenkten Zeiten, wie der Fastenzei, sein persönliches Merkmal und seine Eigenheit zu schenken. Diese Zeiten sollen ihm helfen, die Tiefe der Berufung zu entdecken und zu pflegen: Gott immer mehr als Mitte zu erfahren. Das Evangelium zu sein – die Frohe Botschaft! – die Gott für Heute uns anvertraut.
    Für Franziskus sind die verschiedenen Fastenzeiten eine Zeit der:
    Armut: In seinem Zurückziehen wollte Franziskus nicht nur von anderen Menschen ungestört sein, sondern sich auch von den Dingen loslösen. Nichts sollte ihn von Gott ablenken. Aber nicht in einer falschen Logik, dass alles schlecht ist. Durch die Begegnung mit Gott und in der Erfahrung der persönlichen Armut (des nichts Besitzen), entdeckt Franziskus den Wert seines eigenen Lebens, jenes der Mitmenschen und der Umwelt. Er will nichts besitzen, um ganz von Gott besessen zu sein und ihm zu dienen. In jedem Augenblick. Im Hier und Heute.
    Wüste: Durch sein ständiges Meditieren der Heiligen Schrift, hatte Franziskus gelernt, dass Gott, wenn er persönlich zu jemanden sprechen wollte, diesen in die Wüste (an einsame Orte) führte. Deshalb zog sich Franziskus von allen und allem zurück, um ungestört für Gott dazu sein, auf ihn zu hören und sich durch die Begegnung mit ihm formen zu lassen.
    Kasteiung: Es ist nicht das Bestrafen des Bruders Körper, sondern der Versuch, ein „neuer Mensch“ zu werden – die Taufgnade auf besondere Art und Weise zu leben und sich dadurch gestalten zu lassen. Es ist der ständige Kampf gegen das Böse, dem sich Franziskus stellt und wo er versucht, immer mehr Raum für Gott zu schaffen: Er soll in seinem Herzen herrschen. Franziskus will durch Fasten, durch lange Zeiten des Gebetes, sein ganzes Leben – Leib und Seele – zu Gott führen. Sein Leben soll Gottesdienst durch und durch sein. All das Tun von Franziskus ist nicht Ausdruck von Hass seinem Leib gegenüber, sondern eine neue Logik der Liebe!
    Die Schönheit der Schöpfung und die Freude darüber: Franziskus war und bleibt ein „Feinspitz“ – in allem konnte er Gott erfahren und genießen. Mit all den Sinnen seines Leibes. Wenn wir heute die Orte aufsuchen, an denen Franziskus sich zurückgezogen hat, verstehen wir diesen letzten Punkt: Er wollte sich mitten in der Schöpfung geborgen wissen, gleichsam in der liebenden Hand des Schöpfers. Das Gute und das Schöne genießen und schätzen lernen. Diese „natürliche“ Harmonie, sich als ein Teil der Schöpfung entdecken und wissen. Durch den Gesang der Natur, Gott durch und in Christus loben! In dieser Logik begreifen wir auch seine Vogelpredigt; erkennen wir, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass Tiere ihm in seinem Gebet und in seiner Zurückgezogenheit beistanden. Franziskus hat die Sprache entdeckt, mit dem er sich verständlich machen kann: Die Liebe des Schöpfers.

    Wahrscheinlich wird es uns nicht möglich sein, so viel Zeit aufzubringen. Aber vielleicht könnten wir während dieser Zeit, in der Franziskus sich zurückzog, uns selbst hie und da mit einem Moment des Gebetes beschenken. Viele Möglichkeiten gibt es:

    – Ein bewusstes Fasten (Verzichten) an einem Tag der Woche.
    – Sich Zeit schenken, die Schöpfung in unserer Umgebung zu entdecken und dem Rhythmus der Schöpfung Gehör zu schenken.
    – Einmal nachts, wenn alles ruhig um uns ist, aufzustehen, um in der Stille zu hören und zu beten.
    – Den Tag ganz bewusst review passieren zu lassen, um die Spuren Gottes zu entdecken
    – Meinen Körper als Tempel Gottes entdecken – ihm zu befreien, von dem, was ihn belastet.
    – Während meiner Arbeit mir fünf Minuten gönnen, um mir bewusst zu werden, was ich tue und warum: Ist mein Arbeiten ein Ausdruck meines Gottesdienstes?
    – Meine Mitmenschen neu entdecken. Versuchen mich ihn sie hineinzudenken und nicht immer mit Vorurteilen arbeiten.
    – Mich als lebendigen Baustein der Kirche Gottes entdecken – Franziskus hat die Kirche aus dem Inneren heraus erneuert. Er blieb ihr, trotz manch ihrer Verfehlungen, immer treu!
    – Maria als Lebensmodell neu entdecken: Als die, die bedingungslos „JA“ sagt, als die, die alles in ihrem Herzen bewahrt.

    Wir wünschen viel Erfolg. Und es lohnt sich…wer sich Zeit nimmt, entdeckt, dass er nicht Zeit verliert, sondern Lebensqualität gewinnt.

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Novene zu Ehren des Hl. Franzikus

In den Tagen zwischen dem 25. September und dem 3. Oktober beten wir als Orden die sogenannte Novene zu Ehren des Hl. Franziskus. Es sind Gebete, die uns auf das Hochfest unseres Ordensgründers vorbereiten. Sie können zu jeder Tageszeit gebetet werden. Es empfiehlt sich, jeden Tag einen Moment freizuhalten, wo man in Stille beten kann, um sich anhand der Texte mit Franziskus auseinander zu setzen.
Am Abend des 3. Oktobers wird der sogenannte Transitus gefeiert: Das Gedenken an den seligen Heimgang unseres Vaters Franziskus.

Novene 1
Novene 2
Transitus1
Transitus2

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Bericht der Wanderexerzitien

Wanderexerzitien
Gruppenphoto in Poggio Bustone

Am 23. Juli sind wir von Wien aufgebrochen: Insgesamt waren wir 7 Personen. Auf unserer Fahrt nach Assisi holten wir unseren Postulanten Martin, der in Padova einen Italienischkurs belegt hatte, ab und fuhren voll Vorfreude in die Stadt unseres Vaters Franziskus.
Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, denn es begann unsere 9 tägige Fußwallfahrt. Ausgangspunkt war unser Konvent in Rivotorto und das Ziel war das 160km weitentfernte Poggio Bustone im herrlichen Rietital.
Thema unserer Wanderexerzitien war der Sonnengesang von Franziskus. Jeden Tag meditierten wir eine Strophe (bzw. Themenkreis) und gegen Ende unserer Wanderschafte sollte ein jeder von uns auch überlegen, wie sein persönlicher Sonnengesang aussehen könnte.
Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück: Nur einmal, auf dem Weg zur Einsiedelei “La Romita” hat uns Bruder Regen kurzzeitig begleitet. Doch das störte uns nicht. Viel zu schön war es, den Weg zu beschreiten, Zeit zum Nachdenken zu haben und auch auf so manches im eigenen Leben zu kommen. Das Gefühl nicht loszuwerden, dass Franziskus vor etwa 800 Jahren diesen Weg beschritten hat – da ist es logisch, den Wunsch und das Anliegen im Herzen zu tragen, auch ein wenig an seiner Begeisterung Anteil zu haben.

Wegweiser

Am 1.8. erreichten wir schließlich Poggio Bustone, überglücklich den Weg geschafft zu haben (der letzte Kilometer war der wohlanstrengenste! Der hat uns wirklich alles abverlangt).
Am Abend haben wir uns dann zusammengesetzt, um die verschiedenen Eindrücke, Orte (unter anderem Spoleto, Greccio, la Foresta etc.) und Erlebnisse mit einander zu teilen. Und einem jeden war bewusst, dass diese Tage etwas besonderes waren, wie folgende Eindrücke es bekunden:

Für mich war dieser „Urlaub mit Gott“ ein besonders tiefgehendes spirituelles Erlebnis. Mit dem Herzen sehen zu lernen, die Vollkommenheit der Schöpfung zu erkennen und während der Wanderung Ruhe und Stille zu genießen. Besonders schön fand ich die tägliche Eucharistiefeier (zum Teil mitten in der Landschaft) und das gemeinsame Gebet. Diese Tage mit den Anderen haben mir viel Kraft gegeben und meinen Blick für das Wesentliche im Leben geweitet.

Umbrien, so schön, ganz fraziskanisch geprägt, uralte Dörfer, befestigte Städte umgeben von einer hügeligen wunderschönen Landschaft. Neun Tage sind wir ca. 160 km gegangen durch Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden, Lachen und Weinen, Sprechen und Schweigen, Singen und Beten, Sonne und Regen, Luxus und Armut…

Füße

Das Wandern spiegelt unser Leben: Der Aufbruch voller Erwartungen, voller Kraft dann ging es gleich zu Beginn den Berg hinauf, das ist mühsam, anstrengend doch dann kommst du auf den Gipfel und schon hast du die ganze Plagerei vergessen. Ja und dann mußt du wieder runter, du wirst langsam müde, es ist heiß, du beginnst deine Füße zu spühren…. das kostet, um so größer die Freude wenn sich das Ziel dieses Tages nähert.
Und dann hast du es irgendwann einmal geschafft, halleluja!!! Eine Dusche, frische Kleider….ein gemütliches Abendessen, viel lachen und gute Gespräche.
Unsere kleine Gruppe ist mit jedem Tag und jedem km mehr zusammengewachsen, gemeinsam Erlebtes und Durchlebtes verbindet. Ja und sehr verbindend war der Hl. Franziskus auf dessen Spuren wir gegangen sind, über den wir so viel gehört haben und der uns so viel zu sagen hat. Sein grenzenloses Gottvertrauen, sein kompromissloses JA zu Gott, seine große Demut und seine Leidensfähigkeit haben mich tief beeindruckt. So entsteht auch diese ganz innige Beziehung zu Gott um die ich ihn beneide!!
Pater Bernhard hat diese Exerzitien wunderbar vorbereitet, wir haben täglich die Hl.Messe gefeiert, Laudes und Vesper gebetet, jeden Tag eine Strophe des Sonnengesangs betrachtet und in unser Leben gesetzt.
Wir hatten meistens während der Wanderung eine “stille Zeit” zum Ausruhen, Meditieren, lesen von vor-
bereiteten Texten und um unsere Eindrücke aufzuschreiben. Jeder  wie er will. Tag für Tag,   Schritt für Schritt, sind wir tiefer eingetaucht in dieses göttliche Geheimnis und auch in uns selbst.
Für mich war es genau der Richtige zur richtigen Zeit und das war sicher kein Zufall!!!
Ich hoffe wirklich sehr, daß wir auch den 1. Teil in nicht zu ferner Zukunft gehen werden!!!

Franziskfresko

Anfangs kannten wir uns noch nicht sehr gut, einige sahen sich zum ersten Mal. Doch mit jedem Schritt den wir gingen, kamen wir uns näher und knüpften bald Freundschaften. Unsere Route führte uns in diesen Tagen auf verschiedenen Wegen durch Natur von atemberaubender Schönheit und Ruhe. Manche Etappen waren anstrengend, andere wieder weniger. Wie faszinierend diese traumhafte Region einst auf Franziskus gewirkt haben muss, als er im Geiste inspiriert, den Sonnengesang verfasste, durften auch wir spüren. An den Orten, wo sich einst auch Franziskus aufhielt, haben auch wir Halt gemacht, zum Beten, Messe feiern, zum Beichten, zum Rasten und Stärken und um unsere Eindrücke und Gedanken den anderen mitzuteilen. In diesen Tagen, besonders an diesen Stätten konnten auch wir in den franziskanischen Geist eintauchen und uns immer wieder von neuem begeistert auf den Weg machen bzw. diesen fortsetzen.
Dieses „sich auf den Weg machen“ dürfen wir auch auf unser eigenes Leben bezogen verstehen: sich bewusst aufmachen auf dem Lebensweg, einen Neustart wagen, zu sich selbst finden, Vertrauen gewinnen und Freude empfinden am eigenen Lebens-Weg.
Die vielen schönen Begegnungen mit Pilgern und Menschen, die sich ebenfalls auf den Weg gemacht haben, und mit den Brüdern der Klöster und Eremitagen waren sehr beeindruckend und sind mir besonders in Erinnerung geblieben.
Ich bin sehr dankbar für diese wunderbaren Tage, für die Erlebnisse und Begegnungen und dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, an diesen Wanderexerzitien teilzunehmen und mitzugehen.

Tau

Von Poggio Bustone ging es dann mit dem Auto wieder zurück nach Assisi, wo wir den letzten Tag verbrachten, um unter anderem San Damiano und Portiuncola zu besuchen und dort zu beten: Das schöne daran – es war der 2. August – der Tag der Versöhnung!
Frühmorgens gings am 3.8. dann Richtung Heimat, wo wir noch einen Abstecher nach “La Verna” machten, um dort den gemeinsamen Abschluss zu feiern.
Ein herzliches Dankeschön allen Teilnehmern und der Segen Gottes begleite uns weiterhin!

Photos

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Gedanken zur Beichte
Ein interessanter Artikel in der Wiener Kirchenzeitung “Der Sonntag” über die Beichte, hat uns dazu angeregt, einige Gedanken über die Beichte und Franziskus zu schreiben. Lesen Sie mehr darüber.

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