Spatenstich am 4. April 2012
160 Gäste versammelten sich am Mittwoch, den 4. April in der Franziskanerkirche Freiburg, um den Beginn des Umbaus und der Renovation des Franziskanerklosters zu würdigen und zu feiern.
Nach der offiziellen Begrüssung durch den Guardian, Pater Vincent Cosatti, wandte sich der Generalminister unseres Ordens, Marco Tasca, an die Gäste. Er freue sich mit dem Konvent in Freiburg über den Beginn des Neubaus, der zugleich ein geistiger Neuanfang sei. Christus, das Fundament jedes Neuanfangs, möge den Konvent bei diesem gossen Werk begleiten.
Anschliessend stellte der Freiburger Architekt Stanislas Rück die vier Bauetappen von 2012 bis 2015 vor. Auf eine grosse Leinwand wurden Planzeichnungen projiziert, die zeigten, wie die 8500 Quadratmeter Grundfläche mit 255 Räumen, verteilt auf sieben Etagen, zu modernen Nutzungszonen umgebaut werden sollen, um Raum zu bieten für den Konvent und caritative Einrichtungen, Ratsuchende und Pilger, Studierende und Mieter.
Es folgten zwei geistliche Lieder, a cappella dargeboten von dem bekannten Chor «La chanson de Fribourg», und die Ansprachen der politischen Autoritäten, wie in Freiburg üblich auf Deutsch und Französisch.
Der Präsident des Staatsrates des Kantons Freiburg, George Godel, wies darauf hin, dass seit jeher enge Beziehungen zwischen dem Kanton und dem Franziskanerkloster bestanden. Kirche und Konvent beherbergen ausserdem wichtige Kunstschätze, die zum kulturellen Erbe Freiburgs zählen. Der Bau eines Kulturgüterschutzraumes während der ersten Bauetappe erhält so eine besondere Bedeutung, die eine erhebliche Subventionierung des Vorhabens rechtfertigt. Er wünsche diesem mutigen Unternehmen die Unterstützung durch weite Kreise der Bevölkerung.
Für die Gemeinde Freiburg ergriff Vizeammann Jean Bourgknecht das Wort. Er unterstrich die engen Beziehungen zwischen Stadt und Konvent in den letzten Jahrhunderten, lebendig erhalten durch das Fortwirken von Gregor Girard, dem bedeutenden Franziskanerpater und Pädagogen, und von Landammann Louis d’Affry, der in seiner Familienkapelle in der Franziskanerkirche bestattet wurde. Er wünsche den Franziskanern vollen Erfolg zu ihrem Werk, das allen Freiburgern am Herzen liege.
Pater Pascal Marquard, Präsident der Projektkommission für den Umbau des Franziskanerklosters, lud die Anwesenden ein, sich auf der Baustelle vor dem Haus Père Girard einzufinden, wo Monseigneur Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, die Baustelle segnete. Ausgestattet mit Bauhelmen begannen der Bischof, Marco Tasca, George Godel, Pater Vincent und Pater Pascal das grosse Werk mit einigen mutigen Spatenstichen.
Zur Stärkung wurde anschliessend in den Saal Père Girard eingeladen, wo die beschwingten Lieder von «La Chanson de Fribourg» und kurze Ansprachen von alt Staatsrat Pascal Corminbœuf und Pater Pascal zum Apéritif und zur Fastensuppe überleiteten. Im freundschaftlichen Gespräch und mit einem guten Imbiss endete dieser Vormittag.
Franziskanische Botschaft 3, 2012, S. 22-23