Bericht über das Treffen der internationalen Kommission zur Animation der Mission vom 24. – 30 April 2010.
Als zu Beginn der 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sich in unseren Breitengraden der Rückgang der Berufe bemerkbar machte, hat unser Orden in verschiedenen Gebieten der südlichen Hemisphäre neue Niederlassungen eröffnet, so in Indien, Ghana, Mexiko, Bolivien u.a.. Der damalige General und spätere Bischof Vitale Bommarco animierte einzelne Provinzen, sich für eine Neugründung in den armen Ländern einzusetzen. So ist unser Orden heute in 62 Ländern vertreten. Die Weitsicht des damaligen Generals und seiner Nachfolger macht sich bezahlt. Bereits übernehmen einzelne Provinzen der südlichen Hemisphäre die Verantwortung für neue Niederlassungen, wie Indien in Sri Lanka, Australien in Vietnam.
Von dieser geschichtlichen Entwicklung einerseits und der veränderten Situation in der heutigen globalisierten Welt mit neuer Sichtweise und verschiedenen Bedürfnissen andererseits befasste sich die internationale Kommission für die Animation der Missionen, die vom 25. -30. April 2010 tagte. Ausserdem diente sie der Vorbereitung für den Kongress in Nairobi, der im Sommer 2011 stattfindet.
Wir haben den Start in Padua gemacht und uns mit dem Beispiel der grössten Provinz unseres Ordens auseinandergesetzt. Zwei Referate, eines von P. Luciano Bertazzo und das andere vom P. Provinzial Gianni Cappelletto, führten uns in die Grundlagen und in die Geschichte der Missionstätigkeit der Provinz ein. Eindeutig ist der hl. Antonius Vorbild und Animator des Missionsgedankens, da er selber seine Heimat und seinen Oden verliess, um nach Marokko zu gehen, dann aber seine Mission in Europa ausführte, besonders in Südfrankreich und Norditalien. Wir sehen ihn oft abgebildet mit dem Evangelienbuch und Brot. Symbole für Verkündigung und Einsatz für die Armen. Das ist auch heute noch Motiv für eine missionarische Arbeit. An Hand der verschiedenen Werke der Provinz, in denen Verkündigung und Nächstenliebe Hand in Hand gehen, bekamen wir einen Einblick in das Schaffen der Mitbrüder, sei es durch das gedruckte Wort, Druckerei und Herausgabe in mehreren Sprachen der Zeitschrift „Sendbote des hl. Antonius“ (Das Verlagshaus Messaggero hat 120 Mitarbeiter, die Druckerei deren 250), sei es durch Sozialwerke: Gefangenenbetreuung, Behindertenheime, zwei Niederlassungen zum Entzug für Suchtkranke, oder sei es durch die Gründung von mehreren Niederlassungen in armen Gegenden der Welt, besonders in Lateinamerika und Ghana, und durch die „Caritas Antoniana“, ein eigenes Hilfswerk. Dieses Hilfswerk hat eine klare Ausrichtung und will in erster Linie durch Kleinkredite Hilfe zur Selbsthilf ermöglichen. Im Brennpunkt der Tätigkeit stehen Kinder und Frauen. Meistens garantieren Mitbrüder aus unserem Orden die nachhaltige Arbeit dieser Projekte. Das Hilfswerk ist gut organisiert und arbeitet eng mit der Provinz zusammen. Die Provinz selber unternimmt jährlich eine Prüfung der Finanzen und gibt alles an den Orden weiter, was sie nicht direkt braucht. Dank dieser Hilfe kann der Orden überall in den armen Gebieten über die Runde kommen

- Jarosław WYSOCZAŃSKI
Der zweite Teil des Treffens fand in Rom, in unserer Generalkurie statt, wo jetzt ein eigener Saal mit den modernsten Apparaten für solche Treffen zur Verfügung steht (Leider funktionierten sie gerade nicht so gut und der Techniker war in den Ferien…). In langen Sitzungen mit dem Sekretär des Ordens und dem Generalassistenten für die Missionen diskutierten wir als Vertreter der Kontinente Amerika, Asien, Afrika und Europa (CEC, CIMP und CEO) neue Methoden der Missionen in der globalisierten Welt von heute. An Hand von geschichtlichen Berichten aus allen Gegenden der südlichen Welt und auch des europäischen Ostens wurde uns bewusst, was der Orden bis jetzt getan hat und wie, mit welche Methoden, gearbeitet wurde. Meistens waren es Einzelkämpfer, Pioniere, die eine Mission gründeten, wie P. Faldani in Korea, P. Maximlian Kolbe in Japan. Diese Unternehmen haben sich später zu Provinzen entwickelt. P. Kolbe wurde neben dem hl. Antonius besonders als „Missionär des Ordens“ hervorgehoben. Eine schriftliche Abhandlung von Fr. Leon Dyczewski mit dem Titel „Maximilian Kolb und die Massenmedien im Evangelisationsprozess wurde abgegeben.
Heute sieht das etwas anders aus. Die Welt ist sich näher gekommen. Einerseits ist die Rede von Interkulturation und Integration, Begriffe, die angesichts der heutigen Wirklichkeit in unserer Diskussion dominierten. Andererseits wurde stark betont, dass eine franziskanische Mission nicht das Werk eines einzelnen sein sollte, sondern immer eine Aufgabe der Gemeinschaft ist. Als Gemeinschaft, als Gruppe sich vorbereiten, planen und dann handeln. Nicht so sehr das Tun, sondern das Sein soll überzeugen, das Alltagsleben. In Kuba und in Chile ist dieses Modell erfolgreich erprobt worden.
Zusammenfasend wurde festgehalten: Mission nach innen, die für jeden gilt, ist die Verbundenheit mit Christus, das Leben in seinem Geiste, jedem Menschen gegenüber Respekt, Achtung und Toleranz zeigen und ihn als Bruder und Schwester im Herrn betrachten. Mission nach aussen: Das Gute und Wahre in allen Kulturen kennen lernen und achten, nicht die eigene Denkweise und Kultur verkünden oder aufzwängen sondern selbstvergessen etwas von der Liebe des Herrn offenbaren in vollen Respekt gegenüber Brauchtum, Religion und Zivilisation der fremden Kultur. Ein wahrlich anspruchsvolles Programm.
Klaus Renggli, CEC Vertreter