Provinzkustodie Österreich-Schweiz
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CEF Juniorentreffen 2016

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„Was bedeutet Ostern für Dich persönlich?“ Mit dieser Frage wurden junge Brüder, ihre Ausbilder und Oberen beim traditionellen Juniorentreffen der Zentraleuropäischen Föderation unseres Ordens (CEF) konfrontiert. Außer ihren Namen und Lebensorten sollten die 25 Teilnehmer ihre Ostererfahrung einmal so bei der Vorstellungsrunde auf ein einziges Wort bringen. Der Konvent in Wien/Alserstrasse beherbergte vom Dienstag nach Ostern bis zum Tag vor dem Barmherzigkeitssonntag „Auszubildende nach dem Noviziat“ mit ihren Leitern aus England/Irland (7), Kroatien (7), Slowenien (4), Österreich (2), sowie den Präses der CEF, Br. Milan Kos, den Generalassistenten der Föderation, Br. Miljenko Hontic und die Gastgeber aus Genf: Br. Daniele Brocca und den Delegaten der Kustodie für die Ausbildung, Br. Ryszard Kluba.
Dreimal täglich führten uns vielsprachige Liturgiefeiern zusammen: Eucharistie und Stundengebet. Ein mühsames Stück Arbeit leisteten die Übersetzer aus den eigenen Reihen, weil Italienisch und Englisch gleichermaßen zur Verständigung notwendig waren. Ein spannendes Detail: die meisten der Brüder von Großbritannien kamen über die Website zu uns Konventualen!

Degni-Josef-Daniel
Br. Renzo Degni – Br. Josef Fischer – Br. Daniele Brocca

Der erste volle Konferenztag konfrontierte die Teilnehmer mit einem Grunddokument des Ordens: „Die Franziskanische Jüngerschaft“. Referent war Br. Renzo Degni aus Rom vom Internationalen Sekretariat für Ausbildung, der für den Leiter der ordensinternen Kommission, Br. Roberto Carboni ( gerade zum Bischof für seine sardische Heimatdiözese ernannt!), in die Bresche sprang. Mit Begeisterung hielt er die Zuhörer an, die inspirierenden Leitlinien entsprechend den sich wandelnden Zeichen der Zeit für die Gemeinschaften und sich selbst weiterzuschreiben. Br. Miljenko Hontic stellte nachmittags am Ende seiner Präsentation der Herausforderungen unseres Ordens in Nord und Süd die Frage nach der Hoffnung für unsere überalterte, westliche Welt mit ihrem Nachwuchsmangel: „Was hilft uns, in eine gute Zukunft zu gehen?“ Ein Junior plädierte für eine stärkere Sichtbarkeit gemeinsamen, nicht vereinzelten Ordenslebens in einer säkularisierten Welt.

Der zweite Tag führte uns nach Niederösterreich ins Barockstift Melk mit einer Besichtigung der kaiserlichen Räume, der Bibliothek und Kirche des Hl. Koloman.

Der Umgang mit dem digitalen Ambiente im Ausbildungsprozess und die Neuevangelisierung waren weitere Themen von Br. Renzo Degni am dritten Tag unsres Treffens, sowie eine Konferenz unter den Ausbildern mit den Oberen. Wie gelingt der Weg zwischen einer Dämonisierung der modernen Medien und einem naiven Umgang mit den Kommunikationsmitteln? Der Referent plädierte für eine Erziehung zum eigenverantwortlichen Handeln mit einer gesunden Emotionalität , zum „Notoffenbaren“, wenn Brüder gefährdet sind in Richtung Abhängigkeit, und zum Nutzen der Medien für die Evangelisierung, ohne je auf die persönliche Begegnung verzichten zu können bei der Glaubensweitergabe. Ein Paradigmenwechsel fordert Papst Franziskus, wenn er immer wieder von der Perspektive: „Peripherie“ im umfassenden Sinn spricht. Die Botschaft des Glaubens von den „Rändern“ her sehen, hören und weitertragen! Den Geruch der Herde annehmen als verbeulte Kirche, die des Erbarmens bedarf!

Br. Daniele sandte uns am Samstag vor Ostern mit einem französischen Segen auf den weiteren Weg, gestärkt durch die schöne Gastfreundschaft der Brüder in Wien und eine tolle Küche der drei indischen Schwestern: shanti! Peace and all Goods- auf Wiedersehen in der Osterwoche 2017!

Br. Josef Fischer
Delegat für die Ausbildung im CEF