Franziskaner-Minoriten / Provinzkustodie Österreich-Schweiz
Franziskaner-Minoriten / Provinzkustodie Österreich-Schweiz

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Außergewöhnliche Dinge erfordern außergewöhnliche Ereignisse

So könnten wir die Tatsache umschreiben, dass wir als Mitbrüder der Kustodie Österreich-Schweiz uns am 29. November zu einem außerordentlichen Kapitel in Wien versammelt haben: Dieses Datum war bewusst gewählt. Denn als Orden gedenken wir an diesem Tag aller Heiligen des seraphischen, also des franziskanischen, Ordens. Außerdem erneuern die Mitbrüder ihr Versprechen in Gehorsam, in Keuschheit und ohne Eigentum zu leben. So wie wir es einst am Tag unser Profess in den Händen unseres Oberen bekannt haben.

Ein Leben ohne Eigentum: Vieles, was wir heute als Orden an Gebäuden betreuen, ist den Mitbrüdern einst als Stiftung oder als Geschenk anvertraut worden. Sie sollten einen Ort haben, wo sie einen Konvent errichten und seelsorglichen wirken können. So auch geschehen in Graz: Im weitzurückliegenden 17 Jahrhundert hat die Fürstenfamilie Eggenberg den Minoriten einen Konvent gestiftet. Das kann man heute auch an den Gebäuden unseres Grazer Minoritenkonvents erkennen. Der Konvent ist nicht von den Mitbrüdern nach franziskanischen „Maßstäben“ gebaut worden sind. Vor allem das Sommerrefektorium, besser in Graz und Umgebung als „Minoritensaal“ bekannt, sticht mit seiner Pracht hervor. Ein Speisesaal, der eher in einen königlichen Palast zu finden wäre, als bei einem Bettelorden.

Heute essen die Mitbrüder schon lange nicht mehr im Minoritensaal: Dieser mit vielen Fresken verzierte Saal wird heute für verschiedene Veranstaltungen verwendet. Doch nun nagt der Zahn der Zeit an ihm. Er muss, wie auch der angrenzende Kreuzgang, unbedingt renoviert werden.

Deshalb bereiten wir als Minoriten seit über zwei Jahren, gemeinsam mit dem Kuratorium der „Freunde von Maria Hilf“, die notwendig gewordene Renovierung vor. Wir sind am Planen der notwendigen Baumaßnahmen. Vor allem aber beschäftigt uns das Erstellen eines Finanzierungsplanes und das Suchen der notwendigen finanziellen Mittel.

Bevor es nun mit den Planungen weitergehen kann, war es notwendig geworden, das ganze Projekt durch ein Kapitel zu beschließen und den Finanzierungsplan absegnen zu lassen. Normalerweise treffen sich die Brüder alle vier Jahre, um die Leitung der Provinz bzw. Kustodie sowie der einzelnen Konvente zu wählen. Sollten nach einem solchen Kapitel Entscheidungen anstehen, die gewisse Rahmenbedingungen überschreiten, wird ein sogenanntes außerordentliches Kapitel einberufen. So im Falle der Minoritensäle: Da das Projekt sich auf über 6 Millionen Euro beläuft, konnte das die Kustodieleitung nicht selbst entscheiden. Ein Kapitel musste einberufen werden: Dafür wurde im Vorfeld ein sogenanntes „Instrumentum Laboris“ erstellt. Das sind Unterlagen, die vorbereitet werden, damit jeder Kapitular sich einlesen und mit der Materie vertraut machen kann. In einem solchen Bericht steht darin, worum es bei den geplanten Arbeiten geht, warum sie notwendig sind, was alles gemacht werden muss (z.B. die Festigung der Decke im Minoritensaal und die Restaurierung der Fresken etc.). Und schließlich auch, wie das alles finanziert werden kann und was die Mitbrüder unternehmen, um das notwendige Geld zu sammeln. Beim Kapitel selbst wird dann ein Antrag über die Renovierungen und den Finanzierungsplan gestellt, über den die versammelten Mitbrüder abstimmen. Vor einer Abstimmung gibt es noch Zeit, um Fragen zu stellen und zu diskutieren. Ist alles besprochen, wird zur Abstimmung geschritten. Das ist immer ein sehr spannender Moment: Wie wird die Abstimmung ausgehen? Für diese Projekt nun lief es super, denn erfreulicherweise haben die Mitbrüder einstimmig zugestimmt. Nun muss die Deutsche Provinz und die Generalleitung noch zustimmen, um im Herbst 2019 oder im Frühjahr 2020 wirklich mit den Umbauarbeiten beginnen zu können.

In der Zwischenzeit werden die Mitbrüder damit beschäftigt sein, weitere Spenden zu sammeln. Dazu wurde beim Bundesdenkmalamt ein eigenes Konto eingerichtet. Wer dort spendet, kann seine Spende auch steuerlich abschreiben. Dadurch erhoffen wir uns weitere Unterstützung für dieses Jahrhundertprojekt unterstützen. Denn wie einst Fürsten Johann Seyfried von Eggenberg mit seiner Gemahlin Eleonora Maria Rosalia von Liechtenstein den Minoriten den Konvent und das Sommerrefektorium gestiftet hat, so liegt es in unserer Verantwortung, dieses „Erbe“ in spiritueller und baulicher Art und Weise zu erhalten.

Sollten Sie, werte Leser, auch einen Beitrag leisten, so können Sie das in Österreich über das Spendenkonto Bundesdenkmalamt, BAWAG PSK, Kontowortlaut: Bundesdenkmalamt 1010 Wien, IBAN AT07 0100 0000 0503 1050, BIC: BUNDATWW, Verwendungszweck: Aktionscode A150. Oder mit einer direkten Spende an die Konventsgemeinschaft auf das Konto: IBAN AT11 1200 0762 1319 3400 lautend auf Minoritenkonvent Graz  mit dem Zahlungszweck „Renovierung Minoritensäle und Kreuzgang“.

Wir danken Ihnen recht herzlich!

Fastenzeitbegleiter 2018

Mit dem morgigen Aschermittwoch beginnt die vorösterliche Fastenzeit. Anhand des Glaubensbekenntnisses wollen wir uns gemeinsam auf den Weg machen. Der Fastenzeitbegleiter will für jeden Tagen einen Impuls zum Nachdenken und zum Beten anbieten. So könenn wir Zeit finden, um im Gebet und in der Stille diese besondere Zeit der Gnade zu gestalten.
Gerade an unserem Vater Franziskus wollen wir uns ein Beispiel nehmen: Er hat sich immer wieder zurückgezogen an einsame Ort. Nicht aus Angst vor anderen. Nicht um zu fliehen. Vielmehr wollte er in der Stille den Willen des Vaters erkennen!
Wenn wir unseren Glauben bekennen, wollen wir nicht nur Worte sprechen, sondern uns dazu auch Gedanken machen, was wir damit zum Ausdruck bringen.
Als Brüder wünschen wir allen eine besinnliche Fastenzeit!

 

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Gesegnete Weihnachten

Mit einem kleine Weihnachts-ABC wünschen wir euch allen gesegnete Weihnachten und die Erfahrung eines Gottes, der uns über alles liebt!

Heute wollen wir einander gesegnete Weihnachten wünschen, doch was drücken wir damit aus?

Im „W“ von Weihnachten wünsche ich uns allen WEISHEIT: Dass auch wir in unserem Leben aufbrechen, um zu Gott zu gehen und ihn als unseren Herrn anzubeten. Und mit Freude aufbrechen und daraus die Kraft für unseren Alltag zu schöpfen.

Im „E“ möge uns ERKENNTNIS geschenkt sein: Niemals zu vergessen, dass die Ereignisse in Bethlehem nicht vergangen sind, sondern Gott noch immer mit uns ist und uns ruft, ihn im Herzen zu tragen und in der Welt zu bezeugen.

Das möge einhergehen mit dem „I“ wie „Inspiration“: Der Hl. Geist wirkt nicht nur in Maria, sondern in einem jedem von uns, dass wir Christus in uns tragen und den Menschen auf ihn aufmerksam machen.

Denn als Christen leben wir im „H“ des HEUTE: Heute ist euch der Retter geboren. Heute verkünde ich große Freude. Heute ist diesem Haus Frieden geschehen. Niemals soll uns diese Gewissheit verloren gehen.

Sonst möge uns das „N“ der NACHDENKLICHKEIT“ helfen: Immer darüber nachzudenken, was alles in meinem Leben passiert. Denn für Gott gibt es keinen Zufall. Auch wenn manches uns verborgen bleibt, es wird immer Teil unseres Lebens sein!

Deshalb möge uns auch das „A“ der ACHTSAMKEIT nie fehlen. Dass wir nicht nur auf unsere eigenen Interessen achten, sondern unsere Mitmenschen wahrnehmen, auch jene, die uns vielleicht manchmal auf den Nerv gehen. Das erinnert uns vielleicht daran, dass auch wir anderen manchmal zur Last fallen. Gemeinsam wollen wir aber darauf achten, das Gute in jedem zu sehen und wahrzunehmen!

Denn nie sollen wir ein „C“ wie Chamäleon sein: Jemand, der sich immer mit dem Wind dreht und sich ständig nur anpasst. Wir brauchen uns für uns nicht zu genieren. Vielmehr dankbar sein für die Person, die wir sind.

Da kann uns das „H“ aus Hoffnung helfen: Wir dürfen gemeinsam hoffen und offen dafür sein, dass wir alle aus unseren Fehlern lernen und immer mehr zur jenen Gemeinschaft werden, zur der Gott uns ruft.

Dadurch dürfen wir das „T“ wie TRAUEN erfahren: Trauen wir uns, für diesen unseren Glauben einzutreten und aus ihm Kraft schöpfen.

Auch in den Momenten des „E“ wie Ernüchterung: Manchmal laufen die Dinge nicht so, wie wir sie gerne hätten. Macht nichts. Christus ist uns geboren, um uns aufzurichten und Mut zuzusprechen, niemals aufzugeben!

Deshalb wünsche ich uns zuletzt das „N“ von NATÜRLICHKEIT: Bleiben wir, wie wir sind, uns schenken wir einander das wichtigste Geschenk: Christus, der Friede, Christus, die Freude, Christus, unsere Freiheit!

Gottes Segen zum Franziskusfest

Heute feiert unsere Ordensgemeinschaft das Hochfest des Hl. Franz von Assisi: Auf seine Fürsprache wünschen wir allen Gottes Segen, Kraft, Gesundheit und das ständige Bewusstsein, dass Gott uns niemals alleine lässt!
Ein Gebet zu Ehren des Heiligen Franziskus begleite uns an diesem Tag:

Oh Franziskus,
mit einfachen Worten des Lobes und Preises
hast du Gott für alles gedankt.
Ob Mitmensch, Tier oder Pflanze,
ob Leben oder Tod,
alles war für dich ein Zeichen Gottes.
Schenke auch uns die Fähigkeit,
Worte zu finden,
mit denen wir Gott unseren Dank und Anerkennung
erweisen,
durch die wir uns selbst als Gott Geliebte erkennen
und niemals daran zweifeln,
dass er immer zu uns steht.
Mit dir, oh Vater der Armen,
wollen wir überzeugt und überzeugend rufen:
Mein Gott und mein Alles. Amen!